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Übergewicht bei Katzen vermeiden

Übergewicht bei Katzen früh erkennen und vermeiden: Körperzustand beurteilen, Portionen berechnen, Leckerlis einplanen und Bewegung sinnvoll fördern.

Übergewicht bei Katzen vermeiden
Inhaltsverzeichnis22 Abschnitte
  1. 01Die kurze Antwort
  2. 02Warum Vorbeugung leichter ist als Abnehmen
  3. 03Ist meine Katze zu dick? Gewicht allein reicht nicht
  4. 04Body Condition Score bei Katzen richtig einordnen
  5. 05Muskelzustand nicht übersehen
  6. 06Gewicht richtig messen und dokumentieren
  7. 07Die häufigsten Ursachen für schleichende Gewichtszunahme
  8. 08Wie viel Futter braucht eine Katze wirklich?
  9. 09Warum einfach weniger vom normalen Futter nicht immer genügt
  10. 10Leckerlis: weniger als zehn Prozent der Tageskalorien
  11. 11Nassfutter oder Trockenfutter bei Übergewichtsrisiko?
  12. 12Mahlzeitenfrequenz: mehrere kleine Portionen sind kein Freifahrtschein
  13. 13Bewegung fördern, ohne die Katze zu überfordern
  14. 14Mehrkatzenhaushalt: Rationen eindeutig zuordnen
  15. 15Was Futterautomaten leisten und was nicht
  16. 16Ein alltagstauglicher Präventionsplan
  17. 17Wenn die Katze bereits übergewichtig ist
  18. 18Hepatische Lipidose: Warum Fasten gefährlich ist
  19. 19Wann tierärztliche Hilfe wichtig ist
  20. 20Häufige Fehler und bessere Lösungen
  21. 21Fazit
  22. 22Quellen

Die kurze Antwort

Übergewicht lässt sich bei Katzen am zuverlässigsten vermeiden, wenn du nicht nur das Gewicht, sondern auch den Körperzustand, die Muskulatur und den Verlauf beobachtest.

Die wichtigsten Hebel sind überschaubar:

  1. Tagesration in Gramm und Kilokalorien erfassen.
  2. Leckerlis und Zusatzfutter vollständig einrechnen.
  3. Gewicht und Body Condition Score regelmäßig kontrollieren.
  4. Futter im Mehrkatzenhaushalt eindeutig zuordnen.
  5. Bewegung und Futtersuche in kurze, machbare Einheiten aufteilen.
  6. Nach Kastration, Krankheit oder sinkender Aktivität die Ration neu prüfen.

Nicht die Zahl der Mahlzeiten macht eine Katze dick. Entscheidend ist, ob sie über längere Zeit mehr Energie aufnimmt, als sie verbraucht. Ein Futterautomat kann Portionen organisieren, aber keine passende Ration berechnen.

Wichtig: Eine deutlich übergewichtige Katze sollte nicht radikal auf Diät gesetzt werden. Zu geringe Futteraufnahme und schnelle Gewichtsabnahme können eine gefährliche Leberverfettung begünstigen.

Warum Vorbeugung leichter ist als Abnehmen

Gewichtszunahme fällt im Alltag oft spät auf. Ein Plus von 50 oder 100 Gramm wirkt zunächst unbedeutend. Bei einer vier Kilogramm schweren Katze entsprechen 400 Gramm jedoch bereits zehn Prozent ihres Körpergewichts.

Körperfett ist außerdem nicht nur zusätzliches Gewicht. Übergewicht kann Beweglichkeit und Fellpflege beeinträchtigen und steht mit einem höheren Risiko für verschiedene Erkrankungen in Verbindung. Dazu gehören unter anderem Diabetes mellitus, Gelenkprobleme und Erkrankungen der unteren Harnwege.

Je früher ein Trend erkannt wird, desto kleiner muss die Korrektur ausfallen. Vorbeugung bedeutet deshalb nicht, eine Katze dauerhaft knapp zu füttern. Sie bedeutet, Futtermenge und Körperzustand regelmäßig miteinander abzugleichen.

Ist meine Katze zu dick? Gewicht allein reicht nicht

Eine große, kräftig gebaute Katze darf mehr wiegen als ein zierliches Tier. Deshalb gibt es kein allgemeingültiges Idealgewicht für alle Katzen.

Aussagekräftiger ist die Kombination aus:

Der BCS beschreibt vor allem die Fettauflage. Der MCS beurteilt die Muskulatur. Beides sollte getrennt betrachtet werden, denn eine Katze kann Fett zunehmen und gleichzeitig Muskelmasse verlieren.

Body Condition Score bei Katzen richtig einordnen

Die WSAVA nutzt eine Skala von 1 bis 9. Fünf Punkte entsprechen dem idealen Körperzustand.

BCS Einordnung Typische Merkmale
1 bis 3 Unter Idealgewicht Rippen und Knochenkonturen sehr deutlich, wenig Fettauflage
4 Schlank Rippen leicht tastbar, deutliche Taille
5 Ideal Rippen unter dünner Fettschicht tastbar, Taille sichtbar, Bauch leicht aufgezogen
6 Leicht über Idealgewicht Rippen noch tastbar, Taille weniger klar, kleine Fettpolster
7 Übergewichtig Rippen schwerer tastbar, Taille kaum sichtbar, deutliche Fettauflage
8 Stark übergewichtig Rippen nur mit Druck tastbar, breite Körperform, größere Fettpolster
9 Adipös Rippen kaum tastbar, keine Taille, ausgeprägte Fettdepots

So prüfst du den Körperzustand zu Hause

Betrachte die Katze von oben. Hinter dem Brustkorb sollte eine leichte Taille erkennbar sein. Fahre anschließend mit flachen Fingern über die Rippen. Sie sollten ohne starken Druck tastbar sein, aber nicht scharf hervorstehen.

Von der Seite sollte der Bauch leicht nach oben verlaufen. Eine hängende Hautfalte am Unterbauch, die sogenannte Urwampe, beweist allein kein Übergewicht. Sie kommt auch bei normalgewichtigen Katzen vor.

Fell, Körperbau und Haltung können täuschen. Langhaarkatzen wirken häufig runder, während kräftige oder sehr muskulöse Tiere schwerer sein können, ohne zu viel Fett zu tragen. Bei Unsicherheit ist eine Beurteilung in der Tierarztpraxis sinnvoll.

Muskelzustand nicht übersehen

Eine Gewichtsabnahme ist nur dann sinnvoll, wenn möglichst Fett und nicht unnötig Muskelmasse verloren geht.

Achte auf:

Besonders bei älteren oder chronisch kranken Katzen kann ein scheinbar stabiles Gewicht verdecken, dass Muskulatur abgebaut und Fett eingelagert wird. Dann wäre eine pauschale Kalorienkürzung möglicherweise die falsche Reaktion.

Gewicht richtig messen und dokumentieren

Wiege deine Katze möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen:

Für grobe Kontrollen kannst du dich allein und anschließend mit der Katze auf eine Personenwaage stellen. Kleine Veränderungen lassen sich mit einer Baby- oder Tierwaage genauer erkennen.

Ein einzelner Messwert sagt wenig aus. Entscheidend ist der Trend.

Datum Gewicht BCS Tagesration Auffälligkeiten
01.07. 4,6 kg 5/9 210 kcal normale Aktivität
01.08. 4,7 kg 6/9 210 kcal weniger Spiel
01.09. 4,8 kg 6/9 225 kcal zusätzliche Snacks

Zur Vorbeugung reicht meist eine Kontrolle alle zwei bis vier Wochen. Nach Kastration, Futterwechsel oder einer deutlichen Aktivitätsänderung kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein.

Die häufigsten Ursachen für schleichende Gewichtszunahme

Übergewicht entsteht selten durch einen einzelnen groben Fehler. Meist addieren sich mehrere kleine Abweichungen.

Futter nach Augenmaß

Messbecher wirken genau, sind es aber häufig nicht. Füllhöhe, Krokettenform und Schüttdichte verändern die tatsächliche Menge. Bei energiereichem Trockenfutter können wenige zusätzliche Gramm pro Tag langfristig relevant sein.

Eine Küchenwaage ist einfacher und zuverlässiger.

Packungsangabe als feste Vorgabe

Fütterungstabellen sind Ausgangswerte, keine individuelle Berechnung. Der tatsächliche Bedarf hängt unter anderem von Aktivität, Alter, Kastrationsstatus, Gesundheitszustand und Körperzusammensetzung ab.

Bleibt das Gewicht bei der empfohlenen Menge nicht stabil, muss die Ration überprüft werden.

Mehrere Personen füttern

In Familien oder Wohngemeinschaften bekommt eine Katze schnell zwei Frühstücke oder zusätzliche Snacks. Ein einfacher Tagesbehälter schafft Klarheit: Alles, was an diesem Tag gefüttert werden darf, liegt morgens darin.

Leckerlis und kleine Extras

Schlecksnacks, Käse, Wurst, Thunfisch, Trainingshappen und Futter zur Medikamentengabe zählen zur Energiebilanz. Gerade kleine Mengen wirken harmlos und werden deshalb selten dokumentiert.

Freier Zugang zu Trockenfutter

Ein dauerhaft gefüllter Napf funktioniert nur bei Katzen, die ihre Aufnahme zuverlässig selbst regulieren. Bei Tieren mit Übergewichtsrisiko erschwert freie Fütterung die Kontrolle erheblich.

Kastration und sinkende Aktivität

Nach einer Kastration kann sich der Energiebedarf verändern, während der Appetit gleich bleibt oder steigt. Deshalb sollte das Gewicht in den ersten Monaten enger kontrolliert und die bisherige Portion bei Bedarf angepasst werden.

Auch Wohnungshaltung, Alter, Schmerzen oder Veränderungen im Haushalt können die Aktivität senken.

Futterneid im Mehrkatzenhaushalt

Eine Katze frisst ihre eigene Portion und anschließend die Reste der anderen. Ohne getrennte Fütterung bleibt das leicht unbemerkt. Gleichzeitig kann die langsamere Katze zu wenig bekommen.

Wie viel Futter braucht eine Katze wirklich?

Eine pauschale Grammzahl ist nicht seriös. Gramm beschreiben nur das Gewicht des Futters, nicht dessen Energiegehalt.

Die sinnvolle Tagesration hängt ab von:

Kalorien in Gramm umrechnen

Sobald ein sinnvoller Tagesbedarf festgelegt wurde, lässt sich die Futtermenge berechnen:

Tagesration in Gramm = Tagesbedarf in kcal ÷ kcal pro 100 g × 100

Beispiel:

Bei einem Nassfutter mit 90 kcal pro 100 g wären für dieselben 200 kcal rund 222 g nötig.

Das Beispiel zeigt, warum gleiche Grammzahlen nicht vergleichbar sind. Der Tagesbedarf selbst sollte nicht blind aus einer Formel übernommen werden. Er muss anhand von BCS, Gesundheitszustand und Gewichtsverlauf überprüft werden.

Warum einfach weniger vom normalen Futter nicht immer genügt

Bei leichtem Übergewicht kann eine vorsichtige Reduktion der bisherigen Ration ausreichen. Bei deutlicher Adipositas ist bloßes Kürzen problematischer.

Wird von einem normalen Alleinfutter dauerhaft deutlich weniger gefüttert als vorgesehen, sinkt nicht nur die Energieaufnahme. Auch Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fettsäuren und Protein werden reduziert. Spezielle Diätfutter zur Gewichtsabnahme können eine niedrigere Energiedichte mit einer ausreichenden Nährstoffversorgung verbinden.

Ob ein solches Futter nötig ist, hängt vom Grad des Übergewichts und vom Gesundheitszustand ab. Die Entscheidung sollte bei einer geplanten Gewichtsabnahme mit der Tierarztpraxis getroffen werden.

Leckerlis: weniger als zehn Prozent der Tageskalorien

Die WSAVA empfiehlt, Leckerlis auf weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien zu begrenzen. Zu den Leckerlis zählen nicht nur klassische Snacks, sondern auch:

Bei einer Katze mit 200 kcal Tagesbedarf sollten damit höchstens ungefähr 20 kcal aus zusätzlichen Snacks stammen. Bei einer Gewichtsabnahme kann ein geringerer Anteil sinnvoll sein.

Eine praktische Lösung ist, morgens die gesamte Tagesration abzuwiegen und einen Teil davon für Belohnungen und Suchspiele zurückzulegen. So entstehen keine unbemerkten Zusatzkalorien.

Nassfutter oder Trockenfutter bei Übergewichtsrisiko?

Beide Futterarten können zu einer passenden Ernährung gehören. Die pauschale Aussage, Nassfutter mache schlank und Trockenfutter dick, greift zu kurz.

Merkmal Nassfutter Trockenfutter
Energiedichte häufig niedriger, aber produktabhängig häufig höher
Portionsvolumen meist größer meist kleiner
Wasseraufnahme trägt mehr Wasser bei geringer Wasseranteil
Abwiegen gut möglich sehr gut möglich
Automatennutzung nur mit geeigneten Geräten einfach zeitgesteuert auszugeben
Futterspiele eingeschränkt gut geeignet

Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn ein Futter bei gleicher Kalorienmenge mehr Volumen bietet oder sich besser portionieren lässt. Entscheidend bleiben Akzeptanz, Verträglichkeit, vollständige Nährstoffversorgung und die tatsächliche Tagesenergie.

Mahlzeitenfrequenz: mehrere kleine Portionen sind kein Freifahrtschein

Katzen fressen natürlicherweise häufig kleinere Mengen. Mehrere kleine Mahlzeiten können deshalb gut funktionieren und Betteln zwischen den Fütterungen reduzieren.

Sie führen aber nur dann zu einer besseren Gewichtskontrolle, wenn die Gesamtmenge gleich bleibt. Sechs kleine Portionen können genauso zu groß sein wie zwei Hauptmahlzeiten.

Ein sinnvoller Ablauf kann so aussehen:

Zeitpunkt Fütterung oder Aktivität
morgens Teil der Tagesration im Napf
vormittags kleine Portion über Suchspiel
mittags kontrollierte Mahlzeit
nachmittags kurze Jagd- oder Klettereinheit
abends Hauptportion
spätabends kleine Restportion

Der Rhythmus muss nicht minutengenau sein. Wichtiger ist, dass alle Portionen aus einer festgelegten Tagesmenge stammen.

Bewegung fördern, ohne die Katze zu überfordern

Bewegung allein gleicht eine dauerhaft zu große Ration selten aus. Sie ist trotzdem wichtig, weil sie Muskelmasse, Beweglichkeit und Wohlbefinden unterstützt.

Katzen reagieren häufig besser auf mehrere kurze Jagdsequenzen als auf eine lange Spieleinheit. Zwei bis fünf Minuten können genügen, wenn sie regelmäßig stattfinden.

Geeignete Möglichkeiten sind:

Lass die Katze am Ende einer Jagdsequenz die Beute erreichen. Dauerhaft unerreichbare Lichtpunkte oder hektische Spiele können frustrieren.

Bei sehr übergewichtigen, älteren oder bewegungseingeschränkten Katzen sollte die Belastung langsam gesteigert werden. Weniger Sprunghöhe, kurze Wege und rutschfeste Landeflächen sind dann wichtiger als hohe Intensität.

Mehrkatzenhaushalt: Rationen eindeutig zuordnen

Mehrere Katzen sollten nicht automatisch aus demselben Napf fressen. Unterschiedliches Alter, Aktivität, Gewicht oder Spezialfutter machen eine gemeinsame Fütterung schnell unübersichtlich.

Mögliche Lösungen:

  1. Fütterung in getrennten Räumen.
  2. Beaufsichtigte Mahlzeiten mit anschließendem Abräumen.
  3. Futterplätze auf unterschiedlichen, nur individuell erreichbaren Ebenen.
  4. Zeitlich versetzte Mahlzeiten.
  5. Mikrochip-gesteuerte Futterplätze.

Ein Mikrochip-Futterautomat kann sinnvoll sein, wenn eine Katze Spezialfutter benötigt oder eine andere regelmäßig Portionen stiehlt. Das Gerät kontrolliert den Zugang, berechnet aber nicht die passende Kalorienmenge.

Was Futterautomaten leisten und was nicht

Ein zeitgesteuerter Futterautomat kann kleinere Trockenfutterportionen zu festen Zeiten ausgeben. Das kann helfen, wenn unregelmäßige Arbeitszeiten zu Doppelgaben oder sehr großen Mahlzeiten führen.

Mögliche Vorteile:

Grenzen:

Wiege die tatsächliche Ausgabe deshalb mehrfach nach. Eine App-Meldung bestätigt nur, dass der Automat ausgelöst hat. Sie beweist nicht, dass die richtige Katze die vollständige Portion gefressen hat.

Einen Überblick über Bauarten, Portionierung und Auswahlkriterien bietet der Ratgeber Smarte Futterautomaten. Konkrete Modelle lassen sich im Vergleich der besten Futterautomaten für Katzen gegenüberstellen.

Ein alltagstauglicher Präventionsplan

Einmalig festlegen

Täglich

Alle zwei bis vier Wochen

Bei Veränderungen

Nach Kastration, Erkrankung, Medikamentenbeginn, Futterwechsel oder deutlich weniger Bewegung sollte die Gewichtskontrolle enger werden. Warte nicht, bis die Katze sichtbar rund geworden ist.

Wenn die Katze bereits übergewichtig ist

Vorbeugung und Gewichtsabnahme sind nicht dasselbe. Bei einer bereits übergewichtigen Katze braucht es einen kontrollierten Plan.

Dazu gehören:

Als grobe Orientierung wird häufig eine langsame Abnahme um etwa ein Prozent des Körpergewichts pro Woche angestrebt. Das ist kein starres Ziel. Alter, Erkrankungen, Ausgangsgewicht und Futterakzeptanz können ein anderes Tempo erfordern.

Eine Gewichtsabnahme darf nie dadurch erzwungen werden, dass die Katze kaum oder gar nicht frisst.

Hepatische Lipidose: Warum Fasten gefährlich ist

Katzen reagieren empfindlich auf längere Futterverweigerung. Besonders bei übergewichtigen Tieren kann eine starke Verringerung der Nahrungsaufnahme eine hepatische Lipidose begünstigen. Dabei lagert sich Fett in der Leber ein und beeinträchtigt ihre Funktion.

Warnzeichen sind unter anderem:

Frisst eine übergewichtige Katze deutlich weniger als üblich oder gar nicht, sollte nicht mehrere Tage abgewartet werden.

Wann tierärztliche Hilfe wichtig ist

Eine tierärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn:

Gewichtszunahme ist nicht immer nur ein Fütterungsproblem. Schmerzen, hormonelle Erkrankungen, Diabetes, Medikamente und eingeschränkte Beweglichkeit können das Bild beeinflussen.

Häufige Fehler und bessere Lösungen

Fehler Problem Bessere Lösung
Portionen nach Augenmaß tägliche Mengen schwanken Küchenwaage verwenden
Nur das Gewicht betrachten Fett- und Muskelveränderungen bleiben verborgen BCS und MCS mitbeurteilen
Packungsangabe unverändert übernehmen Bedarf ist individuell Verlauf kontrollieren und Ration anpassen
Leckerlis nicht zählen Zusatzkalorien summieren sich unter zehn Prozent der Tageskalorien halten
Alle Katzen gemeinsam füttern Aufnahme lässt sich nicht zuordnen getrennte Futterplätze nutzen
Bewegung als einzige Lösung zu hohe Energieaufnahme bleibt bestehen Ration und Aktivität gemeinsam anpassen
Normales Futter stark kürzen mögliche Nährstoffunterversorgung Gewichtsplan fachlich abstimmen
Schnelle Gewichtsabnahme erzwingen Risiko für Muskelverlust und Leberprobleme langsam und kontrolliert reduzieren
Automatenportion ungeprüft übernehmen Ausgabe kann abweichen mehrere Portionen nachwiegen
App-Meldung mit Fressnachweis verwechseln tatsächliche Aufnahme bleibt unbekannt Napf und Katze beobachten

Fazit

Übergewicht bei Katzen lässt sich am besten vermeiden, bevor eine deutliche Diät nötig wird. Dafür braucht es keine komplizierte Technik, sondern verlässliche Routinen.

Wiege die Tagesration, rechne Leckerlis ein und kontrolliere Gewicht, BCS und Muskulatur regelmäßig. Im Mehrkatzenhaushalt muss klar sein, welche Katze welche Portion frisst. Bewegung unterstützt den Muskelerhalt, ersetzt aber keine passende Energiebilanz.

Futterautomaten können Zeitpunkte und Portionen organisieren. Die wichtigste Entscheidung bleibt jedoch außerhalb des Geräts: Wie viel Energie braucht diese Katze tatsächlich, und hält sie damit ihren idealen Körperzustand?

Quellen

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FAQ

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Übergewicht bei meiner Katze?

Gewicht und Körperform sollten gemeinsam beurteilt werden. Beim idealen Body Condition Score sind die Rippen unter einer dünnen Fettschicht tastbar, von oben ist eine Taille erkennbar und seitlich wirkt der Bauch leicht aufgezogen.

Welcher Body Condition Score ist bei Katzen ideal?

Auf der verbreiteten neunstufigen Skala gilt 5 von 9 als ideal. Werte von 6 bis 7 sprechen für Übergewicht, 8 bis 9 für deutliche Adipositas. Die Einordnung sollte bei Unsicherheit tierärztlich bestätigt werden.

Wie viel sollte eine Katze pro Tag fressen?

Eine pauschale Grammzahl ist nicht seriös. Die passende Menge hängt unter anderem von Zielgewicht, Alter, Aktivität, Kastrationsstatus, Gesundheitszustand und der Energiedichte des Futters ab.

Wie berechne ich die Futtermenge aus der Kalorienangabe?

Teile den festgelegten Tagesbedarf in Kilokalorien durch die Kilokalorien pro 100 Gramm des Futters und multipliziere mit 100. Der Tagesbedarf selbst sollte anhand von Körperzustand und Gewichtsverlauf überprüft werden.

Darf eine übergewichtige Katze einfach weniger Futter bekommen?

Eine kleine Anpassung kann bei leichtem Übergewicht sinnvoll sein. Starke oder ungeplante Kürzungen sind riskant, weil Nährstoffversorgung und Futteraufnahme gesichert bleiben müssen. Deutlich übergewichtige Katzen sollten kontrolliert und tierärztlich begleitet abnehmen.

Wie schnell darf eine Katze abnehmen?

Eine langsame, kontrollierte Abnahme ist entscheidend. Häufig wird ungefähr ein Prozent des Körpergewichts pro Woche angestrebt, das passende Ziel hängt aber vom Gesundheitszustand und dem individuellen Plan ab.

Warum ist schnelles Abnehmen bei Katzen gefährlich?

Bei zu geringer Futteraufnahme oder rascher Gewichtsabnahme kann insbesondere bei übergewichtigen Katzen eine hepatische Lipidose entstehen. Diese schwere Lebererkrankung ist ein medizinischer Notfall.

Zählen Leckerlis zur Tagesration?

Ja. Leckerlis, Schlecksnacks, Kauartikel, Tischreste und Futter zur Medikamentengabe liefern Energie. Sie sollten zusammen weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien ausmachen, sofern die Tierarztpraxis nichts anderes empfiehlt.

Ist Nassfutter grundsätzlich besser für übergewichtige Katzen?

Nicht grundsätzlich. Viele Nassfutter haben durch ihren hohen Wasseranteil eine geringere Energiedichte, die tatsächlichen Kalorien unterscheiden sich jedoch deutlich. Entscheidend sind Gesamtration, Verträglichkeit und Nährstoffversorgung.

Wie oft sollte ich meine Katze wiegen?

Zur Vorbeugung ist eine Kontrolle alle zwei bis vier Wochen unter vergleichbaren Bedingungen sinnvoll. Während einer geplanten Gewichtsabnahme können engere Intervalle nötig sein.

Hilft ein Futterautomat gegen Übergewicht?

Ein Automat kann abgewogene Portionen zu festen Zeiten ausgeben und Doppelgaben reduzieren. Er berechnet aber weder den Energiebedarf noch garantiert er, dass im Mehrkatzenhaushalt die richtige Katze frisst.

Wie verhindere ich Futterdiebstahl im Mehrkatzenhaushalt?

Füttere die Katzen getrennt, beaufsichtige Mahlzeiten oder nutze individuell zugängliche Futterplätze. Bei dauerhaft unterschiedlichen Rationen kann ein Mikrochip-Futterautomat sinnvoll sein.

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